8. Schweizer Parabelflugkampagne:
Deutlicher Wandel zur kommerziellen Raumfahrt
September 07, 2026
Die vom Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA) organisierte 8. Schweizer Parabelflugkampagne findet vom 7. bis 11. September 2026 auf dem Innovationspark Zürich und dem Flugplatz Dübendorf statt. Sie zeigt einen deutlichen Wandel in der Nutzung der Schwerelosigkeit für Forschung und kommerzielle Anwendungen. Von den 18 Experimenten dieses Jahres stehen 11 – also fast zwei Drittel – in direktem Zusammenhang mit Pharmazeutika, Arzneimittelentwicklung oder Biotechnologie. Mehrere Experimente befassen sich mit kommerziellen Technologien oder werden gemeinsam mit Industriepartnern entwickelt. Die Kampagne wird von SkyLab, der zivilen Forschungsflugeinrichtung des Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA), organisiert und durchgeführt. Sie steht für einen umfassenderen Wandel: Schwerelosigkeit wird nicht mehr nur erforscht, sondern gezielt genutzt, um Technologien zu validieren, Produktionsprozesse zu verbessern und kommerziell relevante Anwendungen für künftige Aktivitäten im unteren Erdorbit vorzubereiten.
Die 18 Experimente dieses Jahres umfassen die pharmazeutische Produktion, Bioproduktion im Weltraum, die Kultivierung von Organoiden, automatisierte molekularbiologische Systeme, medizinische Geräte, Druckanzug-Technologien sowie Hardware für künftige Raumstationen. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Biotechnologie und Produktion: Das Schweizer UZH-Spin-Off Unternehmen Prometheus Life Technologies und die öffentlich-private Forschungs- und Technologieorganisation CSEM (Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique) testen Komponenten eines Systems zur Kultivierung von Organoiden für künftige Anwendungen im Weltraum. Gleichzeitig erproben USamerikanische Unternehmen und Forschungsinstitute Technologien für die
pharmazeutische Kristallisation, die automatisierte Aufbereitung biologischer Proben und Genomanalysen, die intravenöse Flüssigkeitszufuhr, insulinbezogene medizinische Anwendungen, die autonome Überwachung mikrobieller Produktionssysteme sowie universelle Nutzlastschnittstellen für künftige Raumstationen.
Der veränderte Charakter der Kampagne spiegelt zugleich ein wachsendes internationales Netzwerk mit dem Innovationspark Zürich auf dem Flugplatz Dübendorf als Zentrum wider. Eine 2025 unterzeichnete strategische Vereinbarung mit der University of Florida konzentriert sich ausdrücklich auf Produktion im Weltraum, Life Sciences, Bioproduktion, Technologietransfer und Kommerzialisierung. Neun Teams der University of Florida nehmen an der diesjährigen Kampagne teil. Ihre Experimente reichen von gezielt entwickelten
Mikroorganismen und Enzymkatalyse über Herzgewebe und Skelettmuskulatur bis hin zur Forschung zur menschlichen Gesundheit. Die Zusammenarbeit zeigt, wie internationale Partnerschaften rasch von strategischen Vereinbarungen zu konkreten
Flugexperimenten führen können.
Am 10. September wird das Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA) dieses Netzwerk mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding mit The Ohio State University weiter ausbauen. Die Zusammenarbeit
umfasst Forschung unter veränderten Schwerkraftbedingungen, menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit, neue Fertigungsverfahren, Schlüsseltechnologien für die Raumfahrt sowie die gemeinsame Nutzung von Parabelflugmöglichkeiten. Acht Experimente der diesjährigen Schweizer Kampagne sind bereits aus dem Forschungsumfeld von Ohio State und Starlab Space
hervorgegangen.
Die langfristige kommerzielle Perspektive eröffnet Starlab Space, das 2024 eine Vereinbarung mit dem CSA und der Stiftung Innovationspark Zürich unterzeichnet hat. Ziel der Partnerschaft ist es, Dübendorf in das internationale Starlab-Netzwerk
für die Entwicklung und den Betrieb von Nutzlasten einzubinden – mit besonderem Fokus auf Biotechnologie, Biomedizin und Pharmazeutika. Parabelflüge dienen damit als früher Qualifikationsschritt auf einem Entwicklungspfad, der von den Laboren im
Innovationspark Zürich zu künftigen kommerziellen Aktivitäten im niedrigen Erdorbit führt. «Wir gehen von der Erforschung der Schwerelosigkeit zu ihrer gezielten Nutzung über», sagt Prof. Oliver Ullrich, Vorsitzender des Vorstandes des Center for
Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA).
Über das Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA)
Mit dem strategischen Ziel, die Raumfahrt als Innovationsleuchtturm im Kanton Zürich zu etablieren, bauen das Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA) und der Switzerland Innovation Park Zurich (SIPZ) in Dübendorf eines der umfassendsten europäischen Ökosysteme für durchgängige Luft- und Raumfahrtforschung, Technologieentwicklung, kommerzielle Anwendung und operative Umsetzung auf. CSA ist eine juristische Person aus 13 führenden Institutionen aus der Schweiz und Liechtenstein mit umfassender Erfahrung in Luftund Raumfahrt. In Dübendorf entsteht ein europäisches Zentrum für Forschung, Handel und Logistik und eine transatlantische Brücke zwischen europäischer New Space Innovation und Floridas Spaceport-System. Dazu gehören später auch direkte Flugverbindungen zwischen Dübendorf und den Startplätzen. Sie ermöglichen den schnellen und nahtlosen Transfer von Raumfahrtsystemen, Nutzlasten und Produkten und verbinden die europäischen Innovations- und Produktionsstandorte mit dem US-amerikanischen Ökosystem kommerzieller Raumstationen.
Über den Switzerland Innovation Park Zurich
Der Innovationspark Zürich ist ein nationaler Deep-Tech-Standort für angewandte Forschung, technologische Entwicklung und unternehmerische Innovation mit Fokus auf Robotics & Autonomous Systems, Space & Aviation sowie Advanced Manufacturing & Materials. Forschung, Industrie, Start-ups und Kapital werden hier an einem Ort zusammengeführt, um Innovationen zu ermöglichen, zu beschleunigen und in die industrielle Anwendung zu bringen. Wissenschaftspartner wie die ETH Zürich, die Universität Zürich und die Empa verbinden den Innovationspark Zürich mit
Spitzenforschung und internationalen Netzwerken. Mit 530’000 m² Nutzfläche und rund 15’000 Arbeitsplätzen entsteht hier eine
eigentliche Stadt für Innovation und Forschung. Der Standort auf dem Flugplatzareal in Dübendorf in unmittelbarer Nähe zur Stadt Zürich bietet mit flexiblen Mietbedingungen sowie spezialisierten Labors und Testumgebungen die Voraussetzungen, um neue Technologien unter realen Bedingungen zu erproben und zu skalieren.
Download
Media

