Von Dübendorf zu den Sternen

September 09, 2026 von Daniel Fritzsche


Auf dem alten Flugplatz wächst ein Zentrum für kommerzielle Raumfahrt heran

Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh ist hell begeistert. Von einer «höchst erfreulichen» Entwicklung für den Wirtschaftsstandort Zürich spricht die freisinnige Regierungsrätin. Dübendorf, die «Wiege der Schweizer Luftfahrt», soll erneut Pionierin sein. Wo 1910 der erste Flughafen des Landes eröffnet worden ist, ist erneut Grosses geplant: Vom alten Flugplatz aus soll der Weltraum erschlossen werden. Walker Späh spricht in einer Mitteilung von einer «europäischen Drehscheibe für die kommerzielle Raumfahrt», die am Entstehen sei. Am Center for Space and Aviation (CSA) sind 13 Institutionen angeschlossen, die Erfahrungen in Luft- und Raumfahrt mitbringen. So etwa die Universitäten Zürich und St. Gallen sowie die Eidgenössische Materialprüfungs- und For-schungsanstalt.
Das Center wurde vor zwei Jahren gegründet – nun macht es einen grossen Schritt vorwärts. Seit dieser Woche sind in Dübendorf zwei Zugänge zur Schwerelosigkeit zusammengeführt worden: Parabelflüge und Forschung im Orbit an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Damit entwickle sich Dübendorf zum «europäischen Gateway» für die Raumfahrt, heisst es in einer Mitteilung. Man erhalte quasi direkten Zugang zur ISS, künftig auch zur neu geplanten Raumstation Starlab. Forscher,Startups und Unternehmen können an einem einzigen Standort Technologien entwickeln, testen – auch mit einem Parabelflug – und dank internationalen Partnerschaften direkt in den niedrigen Erdorbit schicken. Dafür arbeite man etwa mit Space Florida zusammen.

Das CSA schreibt: «Dübendorf verbindet damit europäische Nutzerinnen und Nutzer mit zentraler Infrastruktur für orbitale Forschung und Starts auf beiden Seiten des Atlantiks.» Der Zugang zum All sei in Dübendorf ab sofort operativ und stehe nationalen wie internationalen Partnern offen. Noch bis Freitag läuft in Dübendorf die achte Schweizer Parabelflugkampagne, die ebenfalls stark auf die Chancen der kommerziellen Raumfahrt ausgerichtet ist. Getestet werden in der Schwerelosigkeit etwa neue Hardware für Raumstationen und medizinische Geräte.

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